EDNOS ist die Abkürzung für Eating Disorder Not Otherwise Specified. Unter diesem Krankheitsbild (spezifiziert unter dem Diagnoseschlüssel 307.50 des DSM IV und dem Schlüssel F50.9 des ICD-10) werden jene Essstörungen zusammengefasst, die entweder eine Mischform aus Anorexie, Bulimie und Adipositas darstellen oder nicht eindeutig einer dieser Störungen zuzuordnen sind. Dazu gehören beispielsweise:


  • Frauen, die die Kriterien von Anorexie erfüllen, aber noch regelmäßige Menstruationsblutungen haben
  • Wenn alle Kriterien der Anorexie erfüllt sind, aber trotz deutlichem Gewichtsverlust immer noch Normalgewicht vorliegt
  • Wenn eigentlich die Kriterien für Bulimie erfüllt sind, aber Binge Eating-Anfälle oder inadäquates Verhalten nach dem Essen seltener als 2x pro Woche oder nicht über die Dauer von 3 Monaten auftreten
  • Bei normalem Körpergewicht inadäquates Verhalten nach der Aufnahme normaler Nahrungsmengen (z.B. selbstinduziertes Erbrechen nach dem Essen von 2 Keksen)
  • Große Mengen von Nahrung werden gekaut und danach ausgespuckt, aber nicht geschluckt


Binge Eating

Auch dies ist ein neuer Begriff in der Reihe der Essstörungen, der aus den USA kommt. Binge heißt übersetzt Gelage und wird in den USA üblicherweise im Zusammenhang mit Alkoholmissbrauch verwendet. Die damit angedeutete Nähe zu Suchterkrankungen drückt sich in der Verwendung des Begriffes für eine bestimmte Form der Essstörung aus, nämlich Essattacken.


  • Von Binge Eating wird dann gesprochen, wenn mindestens 6 Monate hindurch an zumindest 2 Tagen pro Woche ein Anfall von Heißhunger auftritt, bei dem in kürzester Zeit ungewöhnlich große Mengen an Nahrungsmitteln aufgenommen werden. Eine Kontrolle über die gegessene Menge gibt es nicht.
  • Außerdem müssen mindestens 3 der folgenden 6 Kriterien zutreffen:
  • Essen, ohne hungrig zu sein
  • Besonders schnelles Essen
  • Essen, bis ein unangenehmes Gefühl einsetzt
  • Es wird allein gegessen, um Gefühle von Schuld und Scham zu vermeiden
  • Die Ess-Anfälle werden als belastend empfunden
  • Nach dem Ess-Anfall treten Gefühle von Ekel, Scham oder Depressionen auf

 

Die auf recht kurze Zeitspannen beschränkten Essattacken unterscheiden BED (Binge Eating Disorder) von Adipositas, und die ausbleibenden Maßnahmen, eine Gewichtszunahme durch Erbrechen, Intensivsport oder Fasten zu verhindern von der Bulimie.
Die BED betrifft etwa 2 % der Bevölkerung und ist damit die häufigste Essstörung. Etwa 5 % der Betroffenen sind übergewichtig. Anders als bei der Magersucht oder der Bulimie sind von der BED auch viele Männer betroffen, nämlich etwa 35% der Patienten.


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